Ein Stolperschritt - und sofort heißt es,
Amy Winehouse sei "mal wieder betrunken durch die Straßen getorkelt". Bei einem Extrawunsch von
Jennifer Lopez ("Das Hotelzimmer muss in Hellgelb gestrichen werden. Das Beige deprimiert mich ...") amüsieren sich entsprechende Gazetten gleich über ihre Zickenallüren. Mit Promis wird oft hart ins Gericht gegangen.
Doch auch wir normalen Menschen kritteln häufig und heftig am Aussehen der Freundin und dem Verhalten des Partners/Kollegen herum. Um die Verletzungsgefahr gering zu halten, sollte man sich in der Kunst der konstruktiven Kritik üben.
Der Ton macht die Musik "In ihrem Kleid sieht Mariah Carey doch aus wie eine Presswurst"
Experten unterscheiden erst einmal, ob wir um ein Urteil gebeten wurden oder ungefragt herummäkeln. "Missbilligung aus heiterem Himmel trifft den anderen unvorbereitet, daher ist das Risiko, dass er gekränkt reagiert, viel größer", sagt Diplom-Psychologin Felicitas Heyne. Selbst dann, wenn Kritik gut gemeint ist, etwa weil man seine Freundin davor bewahren will, eine Jeans zu kaufen, in der ihr Po ungeahnte Ausmaße hat, kann sie falsch aufgefasst werden. "Deshalb gilt grundsätzlich: Der Ton macht die Musik", so Felicitas Heyne. "Man sollte darauf achten, weder belehrend, noch besserwisserisch oder verletzend zu wirken."
Diplom-Psychologin Jutta Nather (
"Das hatte ich aber ganz anders verstanden ...", Books on Demand, 13,90 Euro) rät zu Wertfreiheit: "Ich kann besagter Freundin erzählen, dass sie einen zu großen Hintern in der Jeans hat - oder ich bleibe in der Beschreibung positiv, indem ich sage, dass sie Hosen besitzt, die sie schlanker wirken lassen."
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